Mehr Photoblog: Zug durch die Gemeinde

Angeblich gibt es Leute, die regelmäßig in meine Blogs (dieses hier & Photoblog) schauen. Außer mir selbst, meine ich. Ich selbst tue das wohl am häufigsten, meist aus ästhetischen Gründen, was mich wiederum daran erinnert, dass ich das Photoblog-Template erstens noch beim Pixelpost veröffentlichen muss, weil ich es schon unzähligen Leuten aus mindestens drei Ländern versprochen habe (klingt voll wichtig, oder? Aber es stimmt – das mit den Ländern wenigstens. Das “unzählige” liegt so in etwa bei 10, 11 oder 12.) Äh – wo war ich? Ach ja. Wer erstens sagt, muss mindestens auch zweitens sagen: … und zweitens es auch für dieses schöne Weblog umschreiben wollte… Ja. Jetzt habe ich den Faden verloren.

Wir waren bei den Leuten, die hier angeblich regelmäßig reingucken oder das behaupten. Die haben sich beschwert, weil hier nix los ist. Ich beschwere mich auch, vor allem über die Flaute im Photoblog. Was soll denn das?

Ja, ich habe keine Zeit, aber das ist keine Ausrede, und das Fotografieren fehlt mir auch.

Deshalb habe ich mir selbst ein Projekt auferlegt: Einen Zug durch die Gemeinde. Mit Kamera, logischerweise.

Dabei herauskommen soll folgendes:

- ein Gemeindeteil pro Woche
- pro Gemeindeteil (und damit pro Woche) min. 3 Bilder

Und ab Montag geht’s los. Ich freu mich schon. (Auch wenn ich gar keine Zeit habe. Jammer Jammer. Aber wenn ich nicht fotografiere, ärgere ich mich, also, was soll’s. Auf ein Projekt mehr kommt es auch nicht mehr an.)

Schneemänner

Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr Schnee nerven kann… Mir reichts echt mit diesem Winter. Sogar Spazierengehen nervt im Moment ganz schön…

Interessant finde ich aber die Schneemänner, die die Kinder hier bauen. Es scheint nach Alter abgestuft zu sein, habe ich beobachtet. Die 5-7jährigen bauen so richtige Schneemänner, mit Papa zusammen. Mit Kochtopf als Hut, Karotte als Nase und allem Drum und Dran. Die 9-11jährigen rollen zwei Kugeln und stapeln die ohne weiteren Schnickschnack einfach aufeinander; immerhin. Die 13-17jährigen haben dagegen einfach den ganzen Schnee aus dem Garten genommen, ihn zu einem riesigen Klotz gerollt und jetzt liegt der da. Ist nicht mal rund. Über 30jährige bauen dann wieder so richtige Schneemänner, allerdings mit Zigarre etc. Mal sehen, ob ich es schaffe, eine kleine Schneemann-Galerie zu fotografieren.

(Telefon-)Nostalgie

Der Artikel “Oma auf dem Flatscreen” von Hatice Akyün hat mich daran erinnert, wie das früher bei uns war mit der Kommunikation.

Da gab es in jedem Haushalt eigentlich nur ein Telefon für alle. Und wenn man bei Freunden anrufen wollte, musste man sich erst mal mit vollem Namen identifizieren und meistens noch ein kurzes Gespräch über sich ergehen lassen, bevor man dann lauschen durfte, wie derjenige, den man sprechen wollte, zum Telefon gebrüllt wurde. Keine Rufnummernanzeige, kein “Ich bins!”, und wenn man das doch mal gesagt hat, weil man meinte, eine Freundin an der Stimme erkannt zu haben, dann war garantiert doch die Mutter dran, und mit 10 war einem sowas sehr peinlich. (Mir zumindest.)

Wir waren mit die ersten in meiner Umgebung, die dann so eine ISDN-Anlage oder etwas in der Art hatten (was genau es war, weiß ich nicht mehr, das hat mich damals nicht interessiert) und eigene Telefone ins Zimmer bekommen haben, das war was ganz Besonderes. Fortan musste jeder Telefonnummer eine 0 vorangestellt werden. Und man konnte in der Wohnung herumtelefonieren! Das war zwar relativ sinnlos, weil man gleichzeitig mit dem anderen Ohr den Gesprächspartner nebenan hören konnte, aber es war trotzdem toll. Wir haben es ausgiebig genutzt. Ich weiß sogar noch die internen Wahlnummern der anderen Zimmer.

Und ich weiß auch heute noch die Nummer meiner Freundin, die ich damals am häufigsten angerufen habe (ja, deine, Meike). Und ich habe alle Nummern fein säuberlich in so viele Telefonbücher und Kalender eingetragen, dass ich alle im Kopf hatte, selbst welche, die ich nie angerufen habe.

Heute weiß ich fast gar keine Nummern mehr auswendig. Ich suche im Handy oder auch im (schnurlosen) Festnetztelefon nach dem Namen der Person, mit der ich sprechen will und drücke den grünen Knopf. Außerdem haben alle ständig neue Nummern, sie ziehen um, unterschreiben einen neuen Handy-Vertrag, kaufen sich eine Prepaid-Karte, etc. Irgendwann habe ich es aufgegeben, Handynummern auswendig zu lernen. Ich kann bloß drei. Meine eigene und die der beiden Menschen, die im Gegensatz zu allen anderen ihre Nummer schon ganz lange nicht geändert haben.

Irgendwann hatten wir damals auch das erste Handy. Das war ungefähr so groß wie die Telefonzellen heute und ich weiß noch, dass irgendwas daran ständig grün blinkte. Und man musste eine Antenne ausfahren, wenn man telefonieren wollte. Über die Preise habe ich mir keine Gedanken gemacht, da das Handy dem Vater o.g. Freundin gehörte und die den Ärger bekommen hat für alles, was wir damit gemacht haben. Genauso wie später mit dem ersten Internet-Anschluß, über den wir ausgiebig (und vermutlich nicht ganz billig) den AOL-Chat besucht haben. Mit einem Modem, das auf der Rückseite einen Kippschalter hatte und diese Rauschgeräusche machte, bei denen man richtig meinte, die Daten durch die Leitungen flitzen zu hören. Herrlich. Wir haben uns gefreut wie die Schneekönige, wenn wir das Ding haben durften, um mit irgendwelchen Wildfremden über irgendwelchen Unsinn zu reden. Vorausgesetzt, man bekam überhaupt eine Verbindung.

Vor einer Weile hatte ich dann mal einen nostalgischen Anfall und habe mir bei einer Keller-Entrümpelung ein altes Telefon mit Wählscheibe geschnappt. Aber das ist schnell wieder in der Ecke gelandet. So was Nerviges! Es gibt schon gute Gründe, sich so was nicht mehr freiwillig hinzustellen. Man kann einfach nicht mal schnell irgendwo anrufen. Und wehe, man nimmt am Ende der ewig langen Handynummer dann eine falsche Ziffer. Gleich wieder von vorn anfangen! Bei einer Hotline (“…drücken Sie die Raute-Taste”) habe ich es dann aufgegeben und mein Mehrfrequenzwahl-fähiges kabelloses Telefon wieder rausgeholt. Hilft ja nix.

Setcreasea Purpurea

setcreasea purpurea

Die Nockenwelle einfach mal machen lassen

Manchmal geht es mir dermaßen auf den Keks, dass ich über den letzten Mist noch nachdenken muss.

Alles analysiere, bewerte ich, lese nach, versuche, meine/anderer Leute Motivation hinter einer Aussage/einer Handlung herauszufinden, male mir Konsequenzen aus, Szenarien, die eintreten könnten und wie die beste Reaktion darauf wohl wäre etc. pp., bis manchmal das Gefühl eintritt, ich hätte mich in einem riesigen Spinnennetz verheddert.

Ist wie Autofahren, wenn man währenddessen darüber nachdenkt, wie der Motor gerade arbeitet: “Aha, ich trete aufs Gas, und da gibt es ein Benzin-Luft-Gemisch und einen Zündfunken, nun verbrennt das Zeug im Zylinder und drückt da jetzt den Kolben hoch. Wie sich wohl dadurch die Räder drehen? Hat vielleicht was mit dieser Kurbelwelle zu tun. Die wird wohl irgendwie die Achse antreiben. Ich versuche mal, mir das vorzustellen…”

Schwachsinnig, oder? Beim Autofahren denke ich doch nie darüber nach, wie’s funktioniert. Wenigstens nicht, so lange das Auto fährt. Denn das braucht’s nicht. Im Gegenteil, es hielte mich davon ab, die Fahrt zu genießen. Möglicherweise – nein, höchstwahrscheinlich – würde ich Dinge wie Ampeln oder Verkehrsinseln übersehen, weil ich in Gedanken bin. (Immerhin arbeitet so ein Motor echt schnell. Der hat sich ja schon 100mal herumgedreht, bevor man auch nur das Wort “Nockenwelle” zuende gedacht hat.)

Das wäre mal ein guter Vorsatz für 2010: Nicht mehr so viel nachdenken! Erst, wenn man einen Platten hat, den Reifen wechseln, und es nicht vorher zehnmal im Kopf planen. Weil dann stattdessen sowieso die Glühbirne der Lampe im Innenraum durchbrennt und man darauf nicht vorbereitet war.

(Ich mag Analogien, in denen Autos vorkommen, übrigens.)

Und nun Silvester. Guten Rutsch!

NaNo: (Fast) Geschafft!

Nun bin ich so gut wie am Ziel mit dem NaNoWriMo. Und fange an, mir Gedanken darüber zu machen, wie es weitergeht.

Erst mal kann ich kaum glauben, dass ich in einem Monat so viel “zu Papier gebracht” habe. Aber ich habe mir wirklich noch gar nichts davon durchgelesen – es wird ziemlicher Schrott sein. Vielleicht ein, zwei oder auch drei gute Szenen, aber der Rest wird Müll sein, leider. Ich werde alles ausdrucken und dann Korrektur lesen. Und mich wahrscheinlich vor Scham hinterm Sofa verkriechen.

Es ist noch so viel zu tun. Was, weiß ich auch erst nach dem Korrektur lesen. Ich habe so viele Teile des Romans noch nicht miteinander verknüpft… überhaupt scheint so vieles noch zu fehlen. Dafür stehen Szenen drin, die da gar nicht hingehören. Blablabla. Ich sollte mich erst mal freuen, dass ich es überhaupt geschafft habe! (Also, noch nicht ganz, aber es sind nicht mal mehr 1.000 Wörter, das ist nun wirklich nichts Utopisches mehr.)

Ich hatte nie vor, so was Dämliches wie einen Liebesroman zu schreiben, aber es ist eindeutig einer geworden, so was Blödes.

Na ja, ein Fazit schreibe ich am besten erst, wenn ich dann wirklich fertig bin.

NaNo: Motivationstief

Ich habe ein Motivationstief.

Dieses Motivationstief wird dadurch verstärkt, dass ich hier schon einen ellenlangen Text stehen hatte, der sich einfach mal in Nichts aufgelöst hat.

Am liebsten würde ich dieses Sch***-Netbook gegen die Wand werfen. Dann wäre auch das Problem mit dem dämlichen Roman gelöst, dessen Figuren so langweilig sind, dass sie wahrscheinlich selbst beim Gehen einschlafen. Mehr als planlos herumlaufen tun sie sowieso nicht. Sie haben nur Unsinn im Kopf und tun Dinge, die keinen Sinn ergeben. Dazu stopfen sie sich den ganzen Tag mit Essen voll und haben wahrscheinlich schon 20 Kilo zugenommen. Ich habe schon so viele “überraschende” Wendungen drin, wieso lasse ich sie nicht einfach noch alle zusammen bei einer Gesundheitsfarm einchecken und abnehmen? Passt genauso gut oder nicht gut ins Konzept wie der Rest dieses Quarks, den ich da zusammenschreibe. Da können sie sich dann mal so richtig in endlosen langen öden Dialogen austoben, wie sie es sowieso schon tun. Außerdem lasse ich sie noch von Außerirdischen entführen, nur um die 50.000 Wörter voll zu kriegen, vielleicht kommt dann ja mal Leben in die Bude. Dann kommen sie wieder und sind lila gestreift und treten in Talkshows auf. Irgendwann finden sie raus, dass sie die Streifen loswerden können, indem sie den ganzen Amazonas durchschwimmen und werden alle von Schlangen und Krokodilen angegriffen, die dann aber die Streifen nicht mögen. Auf dem Rückweg geraten sie dann in einen Zeitstrudel und müssen sich auf der Ur-Erde vor sagen wir 100 Mio Jahren durchschlagen, dann sind auch gleich noch ein paar Dinosaurier dabei. Das klingt alles viel plausibler als der Murks, der meinen Festplattenspeicher im Moment einnimmt (immerhin fast 200 kB! Was für eine Verschwendung).

words

Bevor ich weiterschreibe, muss ich wohl wirklich mal ein bißchen an meinem Plot herumschrauben. Wäre er ein Auto, würde ich sagen, er hat einen Platten. Nur, wie mache ich das? Es scheint alles schon so festgefahren.

Oder doch einfach nur weiterschreiben?

Erst mal esse ich jetzt aber was, sonst stopfen sich gleich wieder alle mit den leckersten Sachen voll und tun nichts, um die Handlung voranzubringen.

Argh.

Schreibe auch sowas von querbeet (Links im Bild die Statistik des Quarks, jede Zeile steht für ein Kapitel, links die Anzahl der Wörter im gesamten Kapitel, rechts die Anzahl der Szenen im Kapitel). Vielleicht konzentriere ich mich heute mal auf einen Bereich, wenigstens grob, und springe nicht zwischen Anfang und Ende hin und her.

Genug gejammert. Weiter geht’s.

NaNo: So geht das also mit den Figuren.

Mir ist da gerade was klargeworden.
Und zwar etwas, was die Figuren angeht.

Sonst habe ich sie vor allem anderen – ganz vorm Schreibbeginn – am “Reißbrett” entworfen.

Ich will nicht sagen, dass das nicht funktioniert hat, aber…. okay, es hat nicht funktioniert. Weil ich nicht geschrieben habe. Alles, wobei man nicht schreibt, ist wohl als nicht funktionierend zu bezeichnen.

Ich kannte sie gut, die Figuren. Ich wußte, wie sie aussahen. Ich wußte, wo sie herkommen und wo sie hinwollen und warum. Ich kannte ihre Beziehungen zueinander. Aber da fehlte immer was.

Jetzt, beim NaNoWriMo (auf den ich übrigens überhaupt nur gestoßen bin, weil ich endlich wissen wollte, was diese merkwürdige, plötzlich allgegenwärtige Abkürzung bedeutet), läuft es anders. Aus Zeitmangel.
Ich schreibe einfach los und habe alle Figuren nur sehr vage im Kopf. Beim Schreiben zeigen sie dann ihren Charakter. Und es ist effektiver für mich: zu sehen, wie jeder in bestimmten Situationen reagiert, macht eine Analyse möglich, nicht umgekehrt.

Ist doch so: wenn man schreibt, lebt man in diesen Figuren. Und da ist es nicht normal, alles zu wissen. Es läuft so viel im Unterbewußtsein oder sonstwo ab. Meistens muss man sehr tief graben, um sein wahres Motiv für eine Handlung zu finden, und meistens gräbt man sowieso nicht danach. Man “macht” einfach und wundert sich, wieso das Leben für einen so verläuft, wie es eben verläuft. Ziele bleiben einem verborgen, bis man sie erreicht hat und zurückblickt.

Erst, wenn ich alles fertig habe, analysiere ich da irgendwas, gucke nach logischen Fehlern und wo Personen Dinge tun, die nicht zu ihnen passen.

NaNo: Kaum zu glauben…

…aber wahr:

Ich habe heute meine Protagonistin kennengelernt.

Ohne Flachs. Ich habe sie ja schon ein bißchen im Kopf gehabt, aber etwas fehlte noch, um sie so richtig “echt” werden zu lassen.

Und vorhin stand sie dann einfach vor mir, und ich wußte erst nicht, wieso ich sie immerzu anstarren musste, aber dann wurde mir klar: das ist sie! (Sie dachte wahrscheinlich bloß: “Was guckt die denn so?”)

Zumindest, was Aussehen, Mimik, Gestik und Sprache betrifft, passte alles. Deswegen will ich sie auch nicht weiter kennenlernen, den Rest will ich mir lieber selbst zusammenreimen.

Sowas ist mir ja noch nie passiert. Aber es hat was! Jetzt ist sie für mich wirklich existent. Ich hätte sie gern fotografiert, aber erstens hatte ich keine Kamera dabei und zweitens fände ich das doch etwas befremdlich, wenn mich jemand Fremdes fragte: “Entschuldigen Sie, aber Sie sehen aus wie meine Romanfigur, darf ich Sie mal fotografieren?”

Und ein Zehntel des Pensums ist mittlerweile geschafft! Über 5.000 Wörter. Könnte schreiben, schreiben, schreiben… das hatte ich lange nicht mehr.

NaNo: “Mädel, du schreibst nur Schrott!” – Der innere Zensor

Eins merk ich jetzt schon: dieser Schreib-Monat schaltet meinen inneren Zensor aus.

Das ist unersetzlich.

Der sitzt sonst nämlich ständig auf meiner Schulter – nicht nur, wenn ich schreibe, auch schon wenn ich über das Schreiben auch nur ansatzweise nachdenke – und brüllt mir ins Ohr:

“Mädel, was ist das denn für ein Schrott? [Ja, er sagt "Mädel" zu mir.] Klischeehafter gehts wohl nicht mehr? Sowas wurde doch schon 100.000fach geschrieben! Mann, wie langweilig! Das ist ja wohl nicht dein Ernst! Wozu machst du den Mist nur? Sowas Schlechtes hab ich ja noch nie gelesen. Wenn das jemand liest, lacht er sich kaputt!” und Ähnliches.

Der hat mich schon so oft vom Schreiben abgehalten wie nichts anderes.

Jetzt aber, mit dieser Vorgabe von 50.000 Wörtern in einem Monat, habe ich Argumente gegen ihn!

Ich sage ihm jetzt einfach: “Wie du meinst. Es spielt ü-ber-haupt keine Rolle ob das, was ich schreibe, gut ist. Ich schreibe einfach. Und wenn es die miesesten 50.000 Wörter sind, die ich je geschrieben habe und ich sie danach in den Müll werfe. Ich will sie bloß schaffen, mehr nicht. Nun lass mich in Ruhe, ich denke nach/schreibe.” Oder Ähnliches.

Echt super, sich gar keine Gedanken machen zu müssen und einfach schreiben zu können.